
|
CD
+ DVD
Kritiken / Reviews
|

(c) Frank Schuckelt |
|

|
"Die Bewegungen sind lächerlich, aber
das Gefühl ist maximal",
so der Titel des neuen Livealbums von Edo Zanki.
Im frostigen Dezember 2008 hatte ich Edo Zanki zum ersten Mal
bei der Sendung "SWR1 Kopfhörer" getroffen. Knappe
10 Monate später versetzt mir Zankis unbändige Spiellust
abermals einen Adrenalinkick. "Eine lange Zeit war ich bei
wundervollen
Musikprojekten immer nur administrativ und planend tätig.
Ich hatte dann aber
unbändige Lust, wieder selbst zu musizieren", so erklärt
er seine Rückkehr auf die Bühne.
Viele Jahre widmete er sich als Produzent den Werken von Xavier
Naidoo, Sasha, Thomas D. oder den Söhnen Mannheims. Jetzt
darf man ihn wieder live genießen.
|
|
Von
wegen Uptempo als Eröffnung, seine Band groovt sich unangestrengt
in den ersten Song, "Dein roter Mund" hat ein
Arrangementupdate erfahren. Edo Zanki kümmert sich ausschließlich
um seinen Gesang und zieht locker (in der Hüfte) sein Publikum
auf seine Seite. "Ich wollte einfach wieder mit meinem
Publikum auf allen Ebenen kommunizieren. Seit ich selbst denke,
es gäbe keinen schöneren Ort als die Bühne, seit
ich singe und rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist, sind die
Konzerte fröhlicher und auch tiefgründiger geworden."
Tiefgründig war er schon immer. Sowohl textlich als auch
musikalisch war er immer ganz vorne mit dabei. Den Zugang zur
breiten Masse hat er - vielleicht auch glücklicherweise -
knapp verpasst. Die, die ihm auch in seine Konzerte gefolgt sind
bezeichnet er als "Geschmackvoll, vorsichtig, aber dann
sehr begeisterungsfähig. Es gab sehr schöne Momente
- vor, während und nach den Auftritten - die verrat ich abernicht.
Teile davon habt Ihr ja auf dem Album. Nur soviel: Dass ich nochmals
solches Herzflattern haben würde, wie beim ersten Konzert
nach sechs Jahren Pause, hätte ich in meinem Alter nicht
mehr für möglich gehalten."
|
 |
Maze
Leber an den Keyboards, Jörg Dudys an der Gitarre, Willy
Wagner am Bass und Mario Garuccio an den Drums; Zankis neue
Band spielt druckvoll und dynamisch. "Diese wunderbar
begabten Menschen hab ich davor alle schon mal im Studio gehabt,
oder sie bei anderen Acts von der Bühne gestohlen. Die
Mischung macht's." Der Soul schwitzt aus jeder Note.
Punktgenau trifft der Funk in "Dass du mir gehörst".
Zanki fordert seine Fans heraus, wenn sie den zugegebenermaßen
etwas komplexen Refrain nachsingen sollen.
"Wir zünden die Nacht an" rockt, Sehnsüchtige
Melancholie in "Heimkommen" und das Publikum
badet bei seinem 80er Jahre Song "Ich frag mich"
in Gänsehaut. Das Konzert endet mit den messerscharfen
Bläsersätzen von "Gib mir Musik".
"Dieses Live-Album ist ein Zeitdokument, Stand 2009,
höchste Zeit, so was mal zugänglich zu machen",
so Zanki. Außer einem "Danke" ist dem nichts
hinzuzufügen.
|
|
|
Jedoch
der augenzwinkernde
Plattentitel "Die Bewegungen sind lächerlich, aber das
Gefühl ist maximal", fordert geradezu nach einer zweiten
Zeile:
"Die Bewegungen sind lächerlich, doch es funkt phänomenal".
|
| *
= Anspieltip |
Begrüßung
Dein roter Mund
Weit übers Meer
Wir zünden die Nacht an *
Heimkommen
Nur der Mond
Ich frag mich *
Viel besser
Etwas Ähnliches
Dass du mir gehörst
Gib mit Musik *
|
|
Frank Schuckelt |