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Kritiken / Reviews
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(c) Frank Schuckelt |
Xavier
Naidoo + Söhne Mannheims
Wettsingen in Schwetzingen |

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"Never judge a book by it's cover" so der mahnende verbale
Zeigefinger. Ein sinnbildlich ähnlicher Spruch könnte
auch für manchen CD-Titel seine Anwendung finden. Die Wortakrobatik
"Wettsingen in Schwetzingen" mag bei manchem Stirnrunzeln
verursachen, der musikalische Inhalt indes strotzt vor Spielfreude.
Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims schrieben ein weiteres
Kapitel der MTV-Unplugged Serie, als sie ihre Songs akustisch
vor der barocken Kulisse des Rokoko-Theaters in Schwetzingen,
wo einst Mozart mit seiner Schwester für die kurfürstliche
Gesellschaft spielten, Anfang Juli vor rund 200 geladenen Gästen
traten.
Schon einige versuchten sich am akustischen Minimalismus und scheiterten
am Reduzieren auf das Wesentliche. Nicht so Xavier Naidoo und
die Söhne Mannheims. Sie haben die Stimmen und das Charisma
in den Songs im "unplugged" Modus Tiefe und Emotionen
zu transportieren. Der Soul wird als Lebensgefühl gefeiert...
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Wettsingen
in Schwetzingen - Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims
"Never
judge a book by it's cover" so der mahnende verbale Zeigefinger.
Ein sinnbildlich ähnlicher Spruch könnte auch für
manchen CD-Titel seine Anwendung finden. Die Wortakrobatik "Wettsingen
in Schwetzingen" mag bei manchem Stirnrunzeln verursachen.
Der musikalische Inhalt indes strotzt vor Spielfreude.
Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims schrieben ein weiteres
Kapitel der MTV-Unplugged Serie, als sie ihre Songs akustisch
vor der barocken Kulisse des Rokoko-Theaters in Schwetzingen,
wo einst Mozart mit seiner Schwester für die kurfürstliche
Gesellschaft spielten, Anfang Juli vor rund 200 geladenen Gästen
traten.
Schon einige versuchten sich am akustischen Minimalismus und scheiterten
am Reduzieren auf das Wesentliche. Nicht so Xavier Naidoo und
die Söhne Mannheims. Sie haben die Stimmen und das Charisma
in den Songs im "unplugged" Modus Tiefe und Emotionen
zu transportieren. Der Soul wird als Lebensgefühl gefeiert.
"Unplugged"
bietet die verlockende Chance Songs in neuem Gewand zu präsentieren,
sie mit ungewöhnlichen Instrumenten und neuen Arrangements
neu zu erfinden. Das sind die Momente der ersten CD in denen Naidoo
und seine Überraschungsgäste besonders berühren.
Ob perkussiv in "20.000 Meilen unter dem Meer" oder
in "Wir haben alles Gute vor uns" in orientalischer
Instrumentierung mit Vokalgast Cassandra Steen.
Der nächste Überraschungsgast ist Andreas Vollenweider,
jedem Babyboomer noch bestens im Gedächtnis als er Anfang
der 80er mit seinen LPs "Behind the gardens" und "Caverna
Magica" für ungewöhnliche Klänge in den Hitparaden
sorgte. Stürmischer Applaus brandet auf nachdem die letzten
Töne von "Wo willst du hin" verklingen. Vollenweiders
Harfe füllt das Theater wie ein Orchester. Dazu Xavier Naidoos
Stimme - ein magisches Duett, eindringlicher kann ein Song kaum
sein.
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Die
Ausflüge in die englische Sprache sind schmückendes
Beiwerk aber letzten Endes unnötig. Xavier Naidoo muss ähnlich
wie Edo Zanki kein englisches Wort in den Mund nehmen um den Soul
zu kompetent zu zelebrieren. In "Woman in chain" wird
die Band um ein 4-Mann Gebläse verstärkt. "Sag
es laut" schließt die erste CD, Klavier und Xavier
jagen eine Gänsehaut über den Rücken.
Unter tosendem Applaus wünscht er "viel Spaß mit
den Söhnen Mannheims" und der kommt auf der zweiten
CD nicht zu kurz.
Ein ums andere Mal messen sich die Stimmen "der Söhne"
und feuern sich gegenseitig zu vokalen Glanzleistungen an. Nie
war deutscher Soul so authentisch und intensiv. "Das hat
die Welt noch nicht gesehen" ist zweifelsohne das Herzstück
der CD. Reinhard Meys "Ich wollte wie Orpheus singen"
reiht sich nahtlos in die Reihe der Songperlen. Ein vielstimmes
Mandolinenorchester unterstützt den Harmoniegesang in "Wenn
du schläfst". "Und wenn ein Lied" ist der
letzte Song des Konzerts. Auf Xavier Naidoo, Tino Oac und Kosho
an der Bariton Gitarre prasselt der Applaus wie warmer Regen nieder.
Beide
CDs leben von den lebendigen Stimmen und der Instrumentierung
die die "Basisbesetzung" mit Schlagzeug, Gitarre und
Bass um weitere Klangfarben ergänzt. Auch wenn ein Wurlitzer
Piano nicht zu den unverstärkten Instrumenten zählt;
sein Sound in "Geh davon aus", das Glockenspiel in ""Zurück
zu dir", Mandoline, Cello, Harmonium, Bouzouki bis zu Vollenweiders
Guzheng in "Alle Männer müssen kämpfen",
das sind die Gewürze die den Reiz eines unplugged Konzerts
ausmachen.
"Wettsingen in Schwetzingen" - so muss "unplugged"
klingen.
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= Anspieltip |
CD
1:
1.
20.000 Meilen, Xavier Naidoo 5:46
2. Abschied nehmen, Xavier Naidoo 6:20
3. Für dich öffnen sie die Tore, Xavier Naidoo
feat. Tino Oac, Daniel Stoyanov, Azad, Cronite 6:51
4. Wann, Xavier Naidoo feat. Cassandra Steen 5:39 *
5. Wir haben alles Gute vor uns, Xavier Naidoo 7:05
6. Wo willst du hin?, Xavier Naidoo 4:19 *
7. Alle Männer müssen kämpfen, Xavier Naidoo
feat. Cassandra Steen 7:24
8. Führ mich ans Licht, Xavier Naidoo 5:22
9. Was wir alleine nicht schaffen, Xavier Naidoo 5:17
10. Woman In Chains, Xavier Naidoo 7:21
11. Ich kenne nichts (das so schön ist wie du), Xavier
Naidoo 6:11 *
12. Seine Strassen, Xavier Naidoo 5:48
13. Sag es laut, Xavier Naidoo 4:01
CD 2:
1. Babylon System 5:48
2. Lieder drüber singen 6:36
3. Das hat die Welt noch nicht gesehen 6:13 *
4. Ich wollte wie Orpheus singen 3:48 *
5. Volle Kraft voraus 5:25
6. Wenn du schläfst 5:21
7. Zurück zu dir 5:48
8. Dein Leben 6:25
9. Vielleicht 5:03
10. Geh davon aus 5:31 *
11. Was wird mich erwarten 7:06
12. Und wenn ein Lied 5:14
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Frank Schuckelt |